Wo kommt das neue Licht her?

Der BUND ist ein alter Umweltverband. Fast 40 Jahre Erfahrung sind in einer per Internet kommunizierenden Engagiertenwelt und das im Tagestakt eine lange Zeit. Daher ist es für uns auch immer wichtig Rückschau zu halten und uns zu fragen, wie etwas entstanden ist. Das gilt für das berühmte "Rad neu erfinden", aber auch die Frage warum das "Rad in dieser Form" erfunden wurde. Daher zeigen wir für die Öffentlichkeit, Mitstreiter, Interessierte aber auch für uns selbst den Weg, den ein Vorhaben zurückgelegt hat, damit es den heutigen Stand hat. 

Geht oder geht nicht ?

ob das für dieses Projekt gilt, dass kann nur vor Ort herausgefunden werden.
Daher werden zwei BUND Mitglieder nach Südafrika reisen und mit den dortigen Kontaktpersonen ausloten, ob eine Weiterentwicklung sinnvoll ist. 

Die Rahmenbedingungen sind schon mal nicht schlecht:
- die Eastcape Provinz ist Partnerland Niedersachsens
- Oldenburg hat eine Klimapartnerschaft mit der Provinzhauptstadt Eastlondon
- die Schüler der Helene-Lange-Schule sind in dieser Zeit ebenfalls dort

Über die Reise haben wir während unseres Aufenthalts per Facebook unter 

https://www.facebook.com/pg/NewLightFromOldPV/ informiert.

Hier sind auch gerne Weiterleitung unserer Freunde in Südafrika und Interessantes von diesseits zu finden.

 

 

Warum Oldenburg, warum Port Elizabeth?

Wir haben unser Vorhaben bei verschiedenen Gruppen in und ausserhalb Oldenburgs vorgestellt. Dabei haben weniger andere als wir uns selber gefragt: 
Warum Oldenburg, warum Port Elizabeth?
Unsere Antwort, im Diskussionsprozeß entstanden, ist banal wie alltäglich: da kennen sich Leute dort und hier und das Umfeld passt zum Projekt.

Mit der Helene-Lange-Schule gibt es ein lebendiges Schulpartnerschaftsprojekt, die dieses Jahr den Austausch weiter festigt mit einem Solarlampen Projekt, das in die gleiche Richtung zielt und zudem den wichtigen Part des Marketings enthält.

In Oldenburg gibt es weitere Projektgruppen, die in Afrika engagiert sind . Einige davon sind in der KlimaAllianzOldenburg aktiv. Diese Gruppen sind an dem Projekt sehr interessiert, doch mit den eigenen Vorhaben gut beschäftigt. Ergebnisse würden sie aber gerne übertragen.

In Port Elizabeth gibt es die Kontaktschule. Deren Kontakte zu technischen, bildenden und administeriellen Stellen in der Stadt sind ein Schüssel zur Fortentwicklung unverzichtbar. 
Und leider gibt es in Port Elizabeth  auch die sehr ärmlichen Wohngebiete, in denen nicht kurzfristig Stromleitungen verlegt werden.

 

 

Woher kommem Sie, die überzähligen Module

Das hiesige Ende: nun haben nicht soviele Schule gerade mal ein paar Module übrig. Wo sollen also die funktionierenden, aber nicht verwendungsfähigen Module in einer Zahl herkommen, dass es sich lohnt eine solche Weiterverwendungskette aufzubauen?
Ganz einfach: von deutschen Dächern, auf die seit 2000 viele Anlagen installiert wurden, auch weil eine Einspeisevergütung, die Installation wirtschaftlich interessant machte. Diese garantierte Einspeisevergütung läuft nach 20 Jahren aus. Also für die ersten Anlagen schon in 2 1/2 Jahren. Nun können die Anlagen einfach weiterbetrieben werden, evtl. zur Eigenverwendung "umgeklemmt" noch Jahre weiterlaufen. Aber was ist, wenn ein Modul defekt ist. Ersatz gibt es selten, der finanzielle Aufwand ist erheblich. Da werden dann nicht wenige die Anlage ganz aufgeben.
Und da haben wir sie, unsere funktionierenden, aber nicht verwendungsfähigen Module. Und zwar soviel, dass nicht nur die relativ jetzt ins Auge gefassten Wenigen von der Weiterverwendungskette profitieren, sondern auch Menschen im ländlichen Bereich der Republik Südafrika, im nördlicheren Afrika und, wer weiss, vielleicht sogar auf anderen Kontinenten.

neuer Schwung

bis 2016 (auch noch bis in die Mitte des Jahres) war das Projekt in einer hinteren Schublade zurückgestellt.
Die Idee, der Vorschlag ist gut, aber es fehlt an zu vielen Enden und Ecken. Daran scheitern viele Projekte.
Aber in Diskussionen in der Oldenburger Öko Szene über Klimagerechtigkeit und kleine (kleinste) Handlungsansätze bürgerschaftlichen Engagements, über Weiterverwendung und Stoffkreisläufe (siehe Torf Frei Leben) flammte das Vorhaben immer wieder auf. Dann kam eine Schülergruppe aus Südafrika im Rahmen des Austausches nach Oldenburg.
Thematisch war nicht PV im Zentrum, aber es schwang mit. Und die Inhalte einer sinnvollen Verwendung von rarem Energieangebot, wie es eine 1 Modul Inselanlage wäre, wurde von den Schüler gut und interessiert aufgenommen.
Das Ende scheint also entwicklungefähig zu sein.

die Durststrecke

Dann gab es einen Wechsel beim Kooperationspartner der Schule in Südafrika und die Schüler hier haben ebenfalls die Schule verlassen. Damit war erst einmal Ruhe. Der BUND hat das Vorhaben mit "kleiner Fahrt" oder besser "diesigem Licht" weiter verfolgt. Es wurde 2016.

das Licht der Öffentlichkeit

Nachdem Idee und Anwendung vorhanden waren, ging es an die Ausführung. Nach Üben an Schulmodellen stellte unser Schulenergieberater einen einfachen Aufbau zusammen und testete ihn. Diesen Aufbau haben wir dann auf dem "1.Oldenburger Entwicklungstag" auf dem Schloßplatz zusammen mit der Information über unsere Partnerschaft mit Südafrika vorgestellt. Andere vor allem entwicklungsorientierte Initiativen waren sehr daran interessiert.

 Der Text zu unserem Musteraufbau lautete:

Projekt Recycling PV Inselanlagen für sozial Schwache in Südafrika

Ich war einmal ein PV Modul in einer großen Gruppe:
seit 1996 habe ich mit 19 anderen Kollegen auf der Helene-Lange-Schule Sonnenlicht in Strom umgewandelt.
Doch mit der Zeit wurden meine Kollegen schwächer und schwächer, letztlich konnte ich alleine nichts mehr leisten. So wurden wir abgelöst.
Meine Kollegen sind im Ruhestand, aber was ist mit mir?
Ich denke, ich könnte noch 10 Jahre wirken. Das haben mir auch die Schüler attestiert.
Aber neue Kollegen, so klein wie ich, gibt es nicht mehr.
Die Schüler schlugen mir daher vor, mich mit anderen Bauteilen selbstständig zu machen und abseits der Stromnetze zu arbeiten.
Daher bin ich ein Jointventure mit einem alten Akkumulator und einem jungen Laderegler eingegangen. Damit haben wir eine PV-Inselanlage gegründet.
Bei Messen hilft noch eine LED Lampe als effizienter Verbraucher aus.
Wir wollen andere anregen nach ihrer aktiven Zeit auch so eine Inselanlage zu werden und Menschen ohne Strom ein wenig Fortschritt zu bringen. .

auf die Insel (-anlage blicken wir)

13 der 20 Module hatten noch mindestens 15W der ehemaligen 20W erzeugen können.
Damit war wieder die Frage da, was wir mit diesen Modulen anfangen können.
Von unseren südafrikanischen Kooperationspartnern und von Besuchen in Südafrika im Rahmen der Austausche erfuhren wir, dass nicht alle Menschen an ein Stromnetz angeschlossen sind. Das gilt besonders in den sogenannten Townships, wo tlw. noch Blechhütten als Wohnung dienen müssen. Der südafrikaniche Staat versucht zwar hier Abhilfe zu schaffen, aber es geht nur langsam voran. Bei den am Stromnetz nicht angeschlossenen Hütten werden oft alte Autobatterien als Stromquelle genutzt. Diese schweren Brocken müssen zu einer Ladestelle, meist weit entfernt, geschleppt werden.
Da war sie, die Idee wie unsere alten, aber guten Module weiter nutzbar waren. Autobatterien laden und so das Schleppen einsparen zu können, das geht. Dieser sogenannte Inselbetrieb war der Anfang der PV Nutzung, sei es als Bushaltestellenbeleuchtung auf dem platten Land, als Versorung auf Segelschiffen oder im Weltraum. Die Technik ist also vorhanden.

Techn. Verständnis

 PV Module sollen elektrische Leistung erzeugen, um über die Zeit Arbeit leisten zu können. Daher reicht es nicht zu messen, ob bei Licht eine Spannung entsteht. Aussagefähiger ist es, wenn ein Strom fließt. Aber die Krönung ist es die Maximalleistung zu ermitteln. Dazu haben wir per Hand den sogenannten Maximum-Power-Point mittels eines alten Schulschiebewiderstands und zweier Meßgeräte eingestellt und die Leistung notiert. 

Das Dilemma

In Deutschland werden PV Anlagen fast ausschließlich als netzgekoppelte Stromerzeuger errichtet. Dazu bedarf es mehrerer gleicher Module in Reihe. Also unsere alten Module zur weiteren Netzeinspeisung zu nutzen war ausgeschlossen. 
Aber zuvor stand das Testen der Module auf Funktionfähigkeit.

Der Anfang

Los ging es 2012. Die PV Anlage auf der Helene-Lange-Schule war 1996 installiert worden und hatte nun einige defekte PV Module. Ersatz gab es nicht (Siemens 20W).
Im Rahmen einer Schulpartnerschaft mit Südafrika sollten neue Module auf das vorhandene Gestell montiert werden.
Doch was tun mit den 13 funktionierden alten Modulen. Zum Wegwerfen zu schade. Also suchten wir eine neue Verwendung.



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