Nordsee - alles hat mit allem zu tun

das war für uns Stadt-Ökos die zentrale Botschaft der Veranstaltung.
Wenn es der Nordsee schlecht geht, ist das nicht Natur, sondern Folgen unserer Mißwirtschaft an Land.

hier die offizielle Pressemitteilung des BUND Landesverbandes:

Trübe Sicht für die Nordsee:
Hohe Nährstoffbelastung mit schwerwiegenden Folgen für das Ökosystem im Meer

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Belastung der Nordsee durch Nährstoffeinträge ist seit Jahren unverändert hoch. Politik, Landwirtschaft und Naturschutz müssen hier gemeinsam Lösungen entwickeln und rasch umsetzen, denn die Folgen der Überdüngung sind bereits jetzt schwerwiegend. Aus diesem Grund lädt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) heute Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Landwirtschaft und Naturschutz in Oldenburg ein, um über den Zustand der Nordsee zu beraten und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

Dr. Jörg Wagner vom Bundesumweltministerium erläutert: „Die Küsten von Nord- und Ostsee sind dauerhaft durch den übermäßigen Einsatz von Stickstoffdünger belastet. Es gibt hier in den letzten Jahren kaum Anzeichen einer Verbesserung. Für einen Erhalt der Artenvielfalt in unseren Meeren, müssen wir stärker als bisher gegensteuern, etwa durch verschärfte Düngeregeln." Der aktuelle Nitratbericht des Bundesumweltministeriums belegt, wie stark Düngemittel aus der Landwirtschaft, insbesondere der Wirtschaftsdünger Gülle, die Gewässerqualität beeinträchtigen.

"Den Schutz unserer Nordsee können wir nur gemeinsam mit allen Akteuren erreichen“, betont Almut Kottwitz, Staatssekretärin im Niedersächsischen Umweltministerium. „Das Umwelt- und das Landwirtschaftsministerium im Bund brauchen eine gemeinsame klare Handlungsstrategie, auch im Hinblick auf die dringend erforderliche Neufassung der Düngeverordnung. Nur so können wir den Schutz unserer Gewässer, der Meere, Flüsse und Seen und des Grundwassers, wirksam umsetzen."

„Hauptverursacher der starken Nitratbelastung der Nordsee ist die industrielle Landwirtschaft mit ihrer Intensivtierhaltung“, so Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler, Geschäftsführer des BUND Niedersachsen. „Die Tierhaltung konzentriert sich auf immer weniger und größere Betriebe. Diese verfügen nicht über ausreichend Fläche, um die anfallende Gülle auszubringen. Die Folge ist eine Überdüngung der Böden. Bereits jetzt ist das Grundwasser vielerorts mit Nitrat belastet, die Gewässer in schlechtem ökologischen Zustand.“

Diese Belastung der Nordsee durch die Überdüngung hinterlässt schwerwiegende Spuren im empfindlichen Ökosystem unter Wasser. „Das Zuviel an Nährstoffen im Wasser lässt die Menge kleiner Algenarten vor allem im Frühsommer sprunghaft ansteigen, wodurch das Wasser stark eingetrübt wird“, erklärt Nadja Ziebarth vom BUND-Meeresschutzbüro. „Die Folgen werden sichtbar durch Schaumberge an den Stränden. Unter dem Lichtmangel leiden aber auch die Seegraswiesen und damit der Lebensraum und die Kinderstube unzähliger Arten, wie etwa das Seepferdchen.“

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Stiftungsverbund der Heinrich-Böll-Stiftung statt. Sie ist Teil des Projekts „Weitsicht für unsere Meere“, das durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert wird.

Weitere Informationen: www.bund.net/eutrophierung

Für Rückfragen:
Tilman Uhlenhaut
Stellv. Geschäftsführer und Agrarreferent BUND Landesverband Niedersachsen Tel. (0157) 744 99 120


Pressekontakt:
Dr. Tonja Mannstedt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
BUND Landesverband Niedersachsen
Tel. (0511) 965 69 - 31
tonja.mannstedt@nds.bund.net

Meeresausstellung des BUND Bremen im Schlauen Haus Oldenburg zu sehen (1.9.2016)

Eile ist nicht geboten,
aber entgehen sollte sich das keiner lassen:

BUND-Wanderausstellung "Eingetaucht – Vielfalt in unseren Meeren"

vom 8.9. bis zum Jahresende im Schlauen Haus in Oldenburg

Weit vor unseren Küsten, in der 12- bis 200-Seemeilen-Zone, im trüben Wasser von Nord- und Ostsee verbergen sich Riffe und Sandbänke, die überraschend bunte und artenreiche Lebensgemeinschaften beherbergen.

Im Sylter Außenriff und Fehmarnbelt beispielsweise findet man dicht mit Schwämmen, Seenelken und sogar Korallen besiedelte Felsen. Auch auf, in und über den scheinbar öden Sandflächen der großen Dogger- und Oderbank tobt bei genauerem Hinsehen das Leben.

Aber nicht nur unter Wasser, auch auf und über der Meeresoberfläche der Östlichen Deutschen und der Pommerschen Bucht ist viel los: Seltene Seevögel haben hier ihre Rast- und Nahrungsgründe.

Einen ersten neugierig machenden Eindruck kann jeder hier gewinnen.

Wer es "vorweihnachtlich" nicht schafft, dem sei die Wanderausstellung digital ans Herz gelegt. Damit Sie sich ein noch besseres Bild machen können, haben die BUND Freunde aus Bremen die einzelnen Elemente der Ausstellung in einem PDF zusammengefasst: Übersicht Ausstellungsbanner 

 

 

Endlich – NSG Alexanderheide

Am Montag, dem 26. Mai 2014 hat der Rat der Stadt Oldenburg einstimmig die Verordnung über das Naturschutzgebiet Alexanderheide auf dem ehemaligen Fliegerhorst Oldenburg beschlossen. Vorausgegangen waren jahrelange Debatten im Umweltausschuss, obwohl die Schutzwürdigkeit des Gebietes zu keinem Zeitpunkt in Frage gestellt worden ist. 

Am 7. März 2008 hat der Fliegerhorst, zusammen mit den Donnerschwee - Kasernen den Besitzer gewechselt und ist in das Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) übergegangen. Der militärische Flugbetrieb war bereits am 1. Oktober 1993 eingestellt worden. Mittlerweile befindet sich der 200 ha große Oldenburger Teil des Fliegerhorstes im Besitz der Stadt Oldenburg. 

Im Jahr 2011 hat der damalige Naturschutzbeauftragte Heiko Vollquardsen den Antrag auf Einleitung des Verfahrens zur Unterschutzstellung in den zuständigen Umweltausschuss eingebracht. Nachdem diverse Fragen geklärt waren, u. a. die Grenzziehung betreffend, ist die Einleitung des Verfahrens im Ausschuss am 27.02. 2013 einstimmig beschlossen worden. Nach Abschluss des Beteiligungs –Verfahrens legte die Verwaltung dem Ausschuss die überarbeitete Verordnung zum Beschluss vor. Dieser Antrag wurde viermal auf Antrag der SPD (dreimal) oder der CDU (einmal) vertagt bzw. abgesetzt. Erst auf der Sitzung des Umweltausschusses vom 15. Mai 2014, auf der die Ausweisung des NSGs zum fünften(!) Mal auf der Tagesordnung stand, wurde der Beschluss zur Ausweisung des Naturschutzgebietes Alexanderheide einstimmig gefasst. 

Der Prozess der Schutzgebietsausweisung inklusive der Grenzziehung und der Erarbeitung der Verordnung ist von einer Arbeitsgruppe bestehend aus Mitgliedern der Unteren Naturschutzbehörde und Vertretern der Naturschutzverbände begleitet worden. 

Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 39 ha und ist geprägt durch großflächige Sandmagerrassen und mesophile Grünlandflächen sowie Ruderalflächen, Heiden und Gehölzstreifen und Wälder. Diese sind Lebensstätte gefährdeter, vor allem an Magerrasen und artenreiches Grünland gebundener Tier- und Pflanzenarten.

Protest gegen Kahlschlag an Edewechter Landstrasse

Bei seiner heutigen Sitzung hat der Aktivenkreis des BUND
empört und verständnislos auf den Plan der Stadt Oldenburg reagiert an der Edewechter Landstraße 29, zum Teil über hundert Jahre alte Eichen zu fällen.

Wer geglaubt hatte, die Zeiten der "autogerechten" Stadt seien Vergangenheit, sieht sich zutiefst entäuscht.

Die beratenden Mitglieder des BUND im Umweltaussschuß des Rates berichteten den staunenden BUND Aktiven, dass dieser folgenreiche Tagesordnungspunkt in die Ausschusssitzung vom 13.2. ohne jeden Beitrag der Ratsmitglieder "durchgewinkt" wurde.
Dieses Desinteresse weckt bittere Erinnerungen an einen ähnlichen Vorgang im Februar 1984, als ebenfalls von einem Tag auf den anderen alte Eichen an der Edewechter Landstraße gefällt wurden.

In diesem Ausschuß werden erfreulicherweise sonst Baumfällungen ernst genommen.
Dass dieses in diesem gravierenden Falle gegenteilig war, läßt den BUND nur über die Gründe vermuten.

Der BUND fordert Rat und Verwaltung auf, diese umweltschädliche Planung aufzugeben und zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern nach Alternativen zu suchen.



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