Für Wertschätzung von Mensch, Tier und Umwelt!

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Wir setzen uns ein für eine bäuerliche Landwirtschaft und artgerechte Tierhaltung, für faire Lebens- und Arbeitsbedingungen aller Beteiligten, für Klima- und Umweltschutz und gutes Essen aus der Region!

Bauernhöfe fördern und erhalten!

Bäuerliche Betriebe tragen einen wesentlichen Teil zur Erhaltung unserer Lebensgrundlagen bei, weil sie in Kreisläufen wirtschaften, in Generationen denken und handeln. Wir haben Respekt für die harte Arbeit, die Bäuerinnen und Bauern jeden Tag leisten. Doch die Politik lässt die Höfe im Stich.

80 % der Agrarsubventionen verteilen sich auf 20 % der Betriebe. Über 100.000 Betriebe mussten in Deutschland in den letzten 10 Jahren dichtmachen. Auch in unserer Region geht das Wachsen oder Weichen ungebremst weiter. Begünstigt werden immer intensiver wirtschaftende Betriebe und außerlandwirtschaftliche Investor*innen, die sich immer mehr Land unter den Nagel reißen. Die fatalen Folgen sind Höfesterben und Monokulturen, Artenschwund, Megaställe mit ihren Nährstoffüberschüssen und Antibiotikaresistenzen. Wir fordern:

Stoppt die Subventionen von Agrarwüsten, Tierfabriken, investorengesteuerten Betrieben und Großgrundbesitz!

In der niedersächsischen Landwirtschaftspolitik läuft vieles falsch. In Nordwest-Niedersachsen ist jahrzehntelang eine Intensivproduktion an Fleisch und Milch mit immer mehr Masse zu immer niedrigeren Preisen gefördert worden. Möglich ist dies auch durch den Futtermittelimport aus Drittländern, der verheerende Folgen hat: Umweltzerstörung, Armut, Landvertreibung und Migration.

In Niedersachsen führt dies zu extremen Nährstoffüberschüssen mit negativen Folgen für Luft, Boden und Grundwasser. Aus der Region Weser-Ems, hauptsächlich aus den Landkreisen Cloppenburg, Vechta und Emsland, werden jährlich 3 Millionen Tonnen Geflügelmist, Gülle und Gärreste über weite Strecken abtransportiert. Die überbetriebliche Entsorgung führt zu immensen Pachtpreissteigerungen, die für eine Verdrängung kleinerer, weniger intensiv wirtschaftender Betriebe sorgt.

Das System stößt überall an seine Grenzen! Anstatt die Ursachen zu bekämpfen, nämlich die zu hohen Tierzahlen zu reduzieren, werden die Folgen der exportorientierten Überproduktion verlagert. Technische Lösungen, Güllelagerbau und Gülletransporte werden als neuer Wirtschaftsfaktor erheblich gefördert. Auch der gesellschaftlich geforderte und politisch unterstützte Umbau von Ställen wird nicht dazu genutzt, die Tierbestände wirksam zu verringern. Das ist der falsche Weg!

Vorrang für Klima- und Umweltschutz!

Das Dürrejahr 2018 hat gezeigt: So geht es nicht weiter! Wir fordern konsequenten Klimaschutz. Wir brauchen viele bäuerliche Betriebe, die regionale und saisonale Lebensmittel erzeugen und mit lebendigen Böden helfen, das Klima zu schützen und die Kulturlandschaften auch in ihrer Artenvielfalt zu erhalten. Wir fordern: EU-Agrargelder dürfen nur noch für umwelt-, klimaschonende und tiergerechte Landwirtschaft gezahlt werden! 

Für faire Bezahlung!

Ursache für viele Probleme ist der Kostendruck, der durch Billigproduktion für den Weltmarkt entsteht. Davon profitieren aber ausschließlich die industriellen Agrar-, Verarbeitungs- und Handelskonzerne, während die Umweltschäden von uns allen jetzt und in der Zukunft bezahlt werden. Wir können uns die Billigproduktion nicht mehr leisten! Wir fordern faire Preise, Löhne und Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Produktionskette - vom Acker bis zum Teller! 

Für ein solidarisches Europa!

In vielen hiesigen Schlachthöfen und Großbetrieben herrschen unwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen, damit Discounter und die Exportindustrie mit Dumpingpreisen immer größere Profite machen können. Arbeitsmigrant*innen, unter ihnen vielfach ehemalige Kleinbäuer*innen aus Ost- und Südosteuropa, werden in der Schlachtbranche ausgebeutet und regelrecht verschlissen und verbraucht. In einem solidarischen Europa sind gerechter Handel und Menschenrechte nicht verhandelbar! 

Für die Rechte von Bauern und Bäuerinnen hier und weltweit!

Obwohl es die bäuerliche Landwirtschaft ist, die 70% der weltweit verfügbaren Lebensmittel produziert, erhält die agrarindustrielle Landwirtschaft enorme politische und finanzielle Unterstützung. Ihre Praktiken führen allerdings zur Reduktion von Saatgutvielfalt, Verschmutzung von Böden und Wasser und Umweltzerstörung. Im globalen Süden zwingt die EU vielen Staaten Freihandelsverträge auf und ruiniert mit Billigexporten Millionen von Kleinbäuerinnen und -bauern. Systematische Diskriminierung, Landverdrängung, Zerstörung der Lebensgrundlagen und Klimawandel sind die Folgen. Wir fordern Anerkennung und Schutz der Bauernrechte weltweit! 

Sei dabei!

Sei dabei, wenn wir mit vielen Unterstützer*innen für den Erhalt von Bauernhöfen und für eine Agrarwende demonstrieren. Für eine wertvolle und umweltgerechte Landwirtschaft! Gemeinsam sind wir stark!

Wir haben Agrarindustrie satt – Umwelt, Mensch und Tier vor Profit! Wir wollen Vorrang für eine bäuerliche Landwirtschaft mit Flächenbindung, die gesellschaftliche Forderungen umsetzt, gute Lebensmittel für uns alle erzeugt und dabei die Kulturlandschaft erhält!

Die BUND Kreisgruppen des NordWestens haben auf der Schlußkundgebung einen Stand mit Infos, Klönen und Treffen von Gleichgesinnten.

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Protest gegen Kahlschlag an Edewechter Landstrasse

Bei seiner heutigen Sitzung hat der Aktivenkreis des BUND
empört und verständnislos auf den Plan der Stadt Oldenburg reagiert an der Edewechter Landstraße 29, zum Teil über hundert Jahre alte Eichen zu fällen.

Wer geglaubt hatte, die Zeiten der "autogerechten" Stadt seien Vergangenheit, sieht sich zutiefst entäuscht.

Die beratenden Mitglieder des BUND im Umweltaussschuß des Rates berichteten den staunenden BUND Aktiven, dass dieser folgenreiche Tagesordnungspunkt in die Ausschusssitzung vom 13.2. ohne jeden Beitrag der Ratsmitglieder "durchgewinkt" wurde.
Dieses Desinteresse weckt bittere Erinnerungen an einen ähnlichen Vorgang im Februar 1984, als ebenfalls von einem Tag auf den anderen alte Eichen an der Edewechter Landstraße gefällt wurden.

In diesem Ausschuß werden erfreulicherweise sonst Baumfällungen ernst genommen.
Dass dieses in diesem gravierenden Falle gegenteilig war, läßt den BUND nur über die Gründe vermuten.

Der BUND fordert Rat und Verwaltung auf, diese umweltschädliche Planung aufzugeben und zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern nach Alternativen zu suchen.



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