BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Information über Torfersatz im privaten Gartenbau

Unsere BUND Anfrage
Antwort der Verwaltung
Unsere Bewertung   

Sehr geehrte Damen und Herren im Rat der Stadt Oldenburg,

sehr geehrte Mitarbeiter der Verwaltung,

auf unsere Anfrage vom 20.05.2013 teilte die Verwaltung in der Sitzung am 13.06.2013 mit der Vorlagen-Nr: 13/0433 unsere Einschätzung der Problematik bei der Verwendung von Torf für das Klima, den Landschafts- und Naturschutz. Gleichzeitig kann die Verwaltung für den stadteigenen Gartenbau feststellen, dass „Zur Bodenvorbereitung und Herstellung von Substraten für vegetationstechnische Zwecke werden von Seiten der Stadt keine torfhaltigen Produkte verwendet.“ und „Des Weiteren wurde Torfmull in der Vergangenheit (siebziger und achtziger Jahre) zum Mulchen von Vegetationsflächen verwendet.
Auch hier werden heute andere Produkte (Rindenmulch, Pinienrinde, Holzhackschnitzel u. a.) eingesetzt. Substrate zur Pflanzenanzucht werden von städtischer Seite nicht benötigt.
Durch den Verzicht auf Torfprodukte entstehen im städtischen Bereich keine Mehrkosten, wobei in vielen Fällen ein Einsatz auch nicht notwendig ist.“ Damit sieht sich die Verwaltung in der Rolle eines „normalen“ Gartenbesitzers und aus unserer Sicht eines in Bezug auf die Nichtverwendung von Torf vorbildlichen. Da es in Oldenburg schon eine Tradition ist, den Bürger über bessere Alternativen zum
bisherigen Verhalten, auch in Bereichen, in denen die Stadt nicht vorbildlich ist, zu informieren und zur Umsetzung anzuregen, wäre es in diesem Fall geradezu zwingend, die gute Praxis und langjährige Erfahrung einer breiten Öffentlichkeit mitzuteilen. Wir regen daher die Politik an bei der Verwaltung darum nachzusuchen. Wir würden es begrüßen nicht ein lange entstehendes Konzept zu erarbeiten, sondern zu versuchen bereits zur Gartensaison 2014 bei den Bürgern ein Umsteuern anzustreben. Unterstützend mögen dazu die bereits vorhanden Ausarbeitungen des BUND und anderer Verbände helfen. Mit freundlichen Grüßen für den BUND Oldenburg Thomas Myslik Hintergrund: Der BUND hat zum torffreien Gärtnern Informationen bereit gestellt

 

 Antwort der Verwaltung

Die Verwaltung dankte für die Anregung und zeigte sich davon überzeugt, dass diese  Informationen erstellt und verbreitet werden.

Unsere Bewertung

Wir bleiben dran. Unsere BUND Mitglieder werden zusammentragen, ob die Verwaltung es schafft und wie sie noch besser wird.

Hintergrund

http://www.bund.net/themen_und_projekte/naturschutz/moore/torf_abbau_und_verwendung/gaertnern_ohne_torf/

Torffrei gärtnern: Moore und das Klima schützen Wer denkt schon beim Einkauf von Blumenerde an die Folgen für die Natur? Die wenigsten wissen, was sich hinter der harmlosen Bezeichnung "Erde" verbirgt: Die meisten Produkte beste-hen überwiegend aus Torf – der Stoff, aus dem die Moore sind. Rund zweieinhalb Millionen Kubikmeter des jährlich in Deutschland verbrauchten Torfs aus Mooren wird als Pflanzerde in privaten Gärten und in Balkonkästen oder anderen Pflanzgefäßen eingesetzt. Macht man sich bewusst, dass torfhaltige Blumenerde einen Torfanteil von 80 bis 100 Prozent enthält, wird klar:
Jeder und jede von uns kann durch die Verwendung von torffreier Erde zur Erhaltung von Mooren beitragen und damit Lebensräume und Klima zugleich schützen. Es gibt mittlerweile viele torffreie Produkte von Firmen, die den Umwelt- und Moorschutz ernst nehmen. Diese besitzen ähnliche bodenverbessernde Eigenschaften, versauern im Gegensatz zu Torf aber kaum die Böden. Torffreie Gartenerden werden auf Basis von Kompost (Rinden-/ Grünschnittkompost), Rinden-humus und Holzfasern (zum Beispiel aus Nadelhölzern oder Kokos) hergestellt.
Außerdem beinhalteten sie, je nach Hersteller, Nebenprodukte wie Tonminerale und Lavagranulate (optimale Wasser- und Nährstoffspeicherung und bedarfsgerechte Freisetzung), Xylit (für den idealen pH-Wert) oder Phytoperis (ein Naturdünger). Aufgrund derselben positiven Eigenschaften wie torfhaltiger Blumenerde, eignet sich torffreie Erde sowohl für Topfpflanzen im Zimmer, Kübelpflanzen auf der Terrasse, Balkonbepflanzung im Balkonkasten, Beete im Garten als auch bei neuen Anpflanzungen oder beim Umtopfen.
Achten Sie beim Einkaufen torffreier Blumenerde darauf, dass es sich wirklich um Produkte ohne Torf handelt. Bei "torfreduzierten" bzw. "torfarmen" Produkten ist Vorsicht geboten. Diese enthalten fast immer einen Torfanteil von 60 bis 80 Prozent. Auch torffreie Erden auf Kokosbasis sieht der BUND kritisch, da durch den langen Transportweg unnötige Emissionen freigesetzt wer-den. Mittlerweile gibt es in Deutschland überall torffreie Erden ohne Kokos zu kaufen. Im BUND-Einkaufsführer für torffreie Erde haben wir für Sie einige Produkte und Anbieter zusammengestellt. Eine Umfrage hat zudem gezeigt, dass die meisten HobbygärtnerInnen bisher noch nichts vom Thema torffreie Blumenerde und Moorschutz gehört haben. 

  

Quelle: http://oldenburg-stadt.bund.net/themen_und_projekte/ratsarbeit/antraege_im_umweltausschuss/information_ueber_torfersatz_im_privaten_gartenbau/