NSG Alexanderheide

Offener Brief an die Ratsfraktionen

Oldenburg, den 09.04.2014

Sehr geehrter Herr Bischoff,
sehr geehrter Herr Klaukien,

spätestens seit der Fliegerhorst zusammen mit den Donnerschwee - Kasernen in den Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) gewechselt ist, war seine Zukunft ständiges Thema im ASUK. In zahlreichen Sitzungen wurde die hohe naturschutzfachliche Wertigkeit großer Teile des Geländes festgestellt. Neben Untersuchungen der Stadt und externer Büros waren dies auch einige Untersuchungen der Universität. Seit Anfang Januar diesen Jahres befindet sich die auf dem Stadtgebiet liegende Fläche des Fliegerhorstes auch im Besitz der Stadt Oldenburg.

Am 27.02.2013 wurde vom ASUK, nach mehrjähriger Information durch beratende Mitglieder und der Verwaltung der Stadt die Einleitung des Verfahrens zur Ausweisung eines Naturschutzgebietes auf dem Fliegerhorst, das NSG Alexanderheide, beschlossen. Der Beschluss erfolgte einstimmig, auch mit den Stimmen Ihrer Fraktionen! Hieran an schloss sich das Verfahren der Beteiligung Träger öffentlicher Belange. Es wurden keine nennenswerten Bedenken vorgetragen. Stellungnahmen wurden u. a. von folgenden Institutionen vorgetragen, die damit auch ihr Einverständnis mit der NSG - Ausweisung bekundeten:

Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr,Niedersächsische Landesforsten; Landesamt für Bergbau,Energie und Geologie,EWE Netz GmbH,OOWV,Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Niedersachsen,Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Landkreis Ammerland und Gemeinde Wiefelstede.

Nach Abschluss der TÖB - Beteiligung stand dreimal der Punkt:
Ausweisung eines Naturschutzgebietes - NSG Alexanderheide,
- Bewertung der eingegangenen Anregungen und Bedenken,
- Beschluss über die VO auf der Tagesordnung des ASUK.
Dreimal wurde dieser Punkt von der SPD mit Unterstützung der CDU-Fraktion vertagt bzw. abgesetzt!

Am 11.12.2013 fand auf dem Fliegerhorst eine Sendung des nordwestradio von Radio Bremen statt. In dieser Sendung haben Sie mir beide bestätigt, dass Sie die Ausweisung des NSG Alexanderheide befürworten! 
Dies lässt sich auch in dem NWZ - Artikel vom 12.12.2013 nachlesen.

Auf die Abschlussfrage des Moderators, ob Ihre Äußerungen mich zufrieden gestellt hätten, habe ich spontan meine Zweifel geäußert. Das mag für Außenstehende befremdlich gewirkt haben, leider hat die Realität mir inzwischen Recht gegeben.

Auf der ASUK - Sitzung am 13.02.2014 wurde von der CDU-Fraktion ein Ergänzungsantrag eingebracht und von der SPD-Fraktion unterstützt. Inhalt des Antrages war die Streichung des Punkt 2 „Errichtung eines naturnahen Gewässers zur Regenrückhaltung“ in § 6 (Erlaubnisvorbehalte) der Verordnung und stattdessen die Einfügung als Punkt 6 in § 7 (Freistellungen). Von der Verwaltung wurde ausführlich dargelegt, dass eine grundsätzliche Freistellung eines Regenrückhaltebeckens (RRB) nicht nur aus naturschutzfachlicher Sicht abzulehnen ist. Entscheidend für diese Ablehnung ist der Trinkwasserschutz!.

Große Bereiche des geplanten NSG liegen in verschiedenen Zonen eines Trinkwasserschutzgebietes. Trinkwasserschutzgebiet und Regenrückhaltebecken schließen sich jedoch aus! Dies nicht nur nach Aussage der Stadt Oldenburg, sondern auch der VWG (Betreiber des Wasserwerkes), die ein RRB hier niemals akzeptieren würde. Dabei spielt es keine Rolle, ob hier ein NSG besteht oder nicht. Trinkwasser ist ein hohes Gut, dass es unbedingt zu schützen gilt! Nicht nur der Naturschutz schließt hier ein Regenrückhaltebecken aus, sondern der Trinkwasserschutz!
Naturschutz und Trinkwasserschutz unterstützen sich hingegen gegenseitig positiv!

Selbstverständlich unterstützen die Naturschutzverbände alle Anstrengungen für einen effektiven Hochwasserschutz. Ein Regenrückhaltebecken auf dem Fliegerhorst halten wir für äußerst sinnvoll. Dafür stehen aber besser geeignete Flächen zur Verfügung. Für geeignet halten wir z.B. die Umgebung des alten Regenrückhaltebeckens in der Nähe des Sportplatzes.

Ich bitte Sie, Ihre Blockadehaltung zum Naturschutzgebiet Alexanderheide aufzugeben und Ihre Zustimmung in der Sitzung des ASUK vom 27.02.2013 zu bestätigen und zu Ihren im Nordwest Radio gemachten Zusagen zu stehen.
Dieses Schreiben geht auch an die Lokalredaktion Oldenburg der Nordwest-Zeitung und an die Redaktion nordwestradio von Radio Bremen. 

Mit freundlichen Grüßen
_________________________________________
Dipl.-Biol. Renate Heim, stv. Beratendes Mitglied im ASUK

 

 

 



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unsere Vertreter im Ausschuß

für Natur- und allg. Umweltschutz:
Frau Renate Heim
( Dipl.Biologin und Dipl. Landschaftsplanerin)  

für Energie, Klima und technischem Umweltschutz:
Herr Thomas Myslik
(Dipl.Ingenieur und Dipl.Pädagoge) )

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