Ablauf der moorkundlichen Führung

Erste Station:

Heide-Hochmoordegenerationsflächen nördl. Ansgarius-Tiergartenweg; Erläuterungen zu Torfabbau durch bäuerlichen Handtorfstich, Entwicklung verschiedener Hochmoor-Degenerationsstadien (Heide-, Wollgras-, Moorbirkenwälder), Renaturierungsmaßnahmen der 1980er Jahre, Problematik unzureichender Wiedervernässung, Notwendigkeit von Entkusselung zur Bewahrung offener Landschaftsstrukturen. Hochmoor-Degenerationsstadien als Ersatz-Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen, besonders bei Vernetzung mit renaturierten Bereichen, Everstenmoor als Lebensraum für eine stabile Population des vom Aussterben bedrohten Hochmoor-Bläulings, der besonders im Juli und August zahlreich beobachtet werden kann, weitere Arten der Roten Liste

Zweite Station:

Kernzone des NSG ist die mit Hochmoorvegetation bestandene Fläche, südlich des Ansgariustiergartenweges; Erläuterungen zu Hochmoorvegetation, Bult-Schlenken-Komplexe, Torfbildung durch Sphagnen, Bedeutung flurnaher Wasserstände, extreme Bedingungen im Hochmoor (pH-Wert, Nährstoffverfügbarkeit, Wassersättigung), hohe Schutzwürdigkeit und -bedürftigkeit, Einrichtung von Pufferzonen und mögliche Ausdehnung von Regenerationskomplexen

Dritte Station:

brachgefallenes Grünland auf Hochmoor, direkt neben der Kernzone; Erläuterung zu Grabenverschlüssen, Aufgabe von Grünlandbewirtschaftung, Etablierung hoher Wasserstände durch Verringerung des Abflusses von Regenwasser, Unterbindung oxidativer Torzersetzungsprozesse zur Verringerung der Abgabe von CO2 und N2O aus Mooren, Eignung der Fläche für Renaturierungsmaßnahmen (Torfmächtigkeit hoch, unter der Grasnarbe liegen wenig zersetzte Hochmoortorfe, geringe Eutrophierung), Abschieben der Grasnarbe geplant, Umsetzung von Kompensationsmaßnahmen und Durchführung von Artenschutzmaßnahmen z.B. für Hochmoor-Bläuling, Libellen, Amphibien, z.B. Neuanlage von dystrophen Stillgewässern

Vierte Station:

Moorwälder, Erläuterung zu ursprünglichen Moorwäldern am Randbereich von Hochmooren und der Problematik der starken Ausbreitung sekundärer Moorwälder nach Entwässerung, Verbesserung der Struktur von Moorwäldern und damit Eignung für viele Tiere und Pflanzen, allerdings weniger Hochmoor-Spezialisten, Vernässung durch Grabenverschlüsse teilweise möglich, in Bereich stärkerer Abtorfung Veränderung des Nährstoffstatus, Etablierung von Niedermoor-Gesellschaften (Bruchwälder, Seggenriede)



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