Stadionneubau: BUND hält den vorliegenden Bebauungsplan aus Umwelt- und Klimaschutzgründen für hochproblematisch

07. Dezember 2025 | Klimawandel, Ressourcen & Technik

Zum Stadionneubau und den dafür ausgelegten Bauleitplan-Entwürfen hat die BUND-Stadtgruppe Oldenburg eine Stellungnahme eingereicht. Der BUND hat grundlegende Einwände gegen die Planung:

Das Planungsziel sei veraltet und nicht auf Grundlage der aktuellen Ziele zur Klimaneutralität und Nachhaltigkeit neu bewertet worden. Die Nullvariante „Sanierung des Marschwegstadions“ wurde frühzeitig ausgeschlossen und Planungsalternativen nicht ausgeschöpft. Zudem stehe die Planung im Widerspruch zum Klimaschutzplan und einer flächensparenden Stadtentwicklung. Aus Umwelt- und Klimaschutzgründen erscheint der vorliegende Bebauungsplan hochproblematisch, da wesentliche Maßgaben der Stadt zu Klimaneutralität, Hitzeschutz, Flächen - und Ressourcenschutz, Schutz von Natur- und Grünflächen nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt wurden.

Darüber hinaus hat der BUND Bedenken zu 19 Punkten und diese detailliert dargelegt.

 

Besonders bedauert der BUND, dass der Vorschlag des BUND für ein gemeinsames Pilotprojekt der Stadt Oldenburg und des DFB zur Erreichung der Klimaziele der Stadt und des DFB bei der Entscheidung für ein zweites Stadion und einen Neubau entsprechend den aktuellen Statuten des DFB unberücksichtigt blieb: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Oldenburg (BUND) hatte mit Schreiben vom 21.06.2023 an den Oberbürgermeister sowie an alle Ratsmitglieder den Vorschlag gemacht, im Rahmen eines Pilotvorhabens der Stadt Oldenburg und des Deutschen Fußball-bund (DFB) die bisherigen Prozesse hin zu einem für den Profifußball tauglichen Stadion zu analysieren und mit übergeordneten Anforderungen und Zielen abzugleichen. 

Der DFB muss nämlich seine Statuten ändern, um 2045 klimaneutral zu sein. Die Stadt Oldenburg will bereits 2035 klimaneutral sein, hat einen Klimaschutzplan 2035 und einen Mobilitätsplan 2030 beschlossen. 

Beide Partner hätten gemeinsam in einem Pilotprojekt an einem bestehenden Stadion aufzeigen können, wie dieses vor dem Hintergrund der eigenen Mitverantwortung für globale Herausforderungen wie Ressourcenübernutzung, Klimawandel und Artenschutz in ihrem Wirkungskreis aussehen könnte

Die weitere Nutzung des Marschwegstadions bietet sich als bundesweites Pilotprojekt an, um an Beispielen wie einer Rasenheizung, Anstoßzeiten und Flutlichterfordernis sowie einem Mobilitätskonzept durchzuspielen, was zu Klimaneutralität führen könne und gleichzeitig angemessene Anforderungen an die Ausgestaltung von Fußballstadien seien.

 

Die vollständige Stellungnahme kann hier nachgelesen werden.

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